2. Onlinekongress für Personal Writing

Die Vorträge

Freitag, 24. März 2023

Alexander Greiner
Fr, 15.00 – 15.50 Uhr

Es ist passiert. Einschnitte in die Gesundheit überwinden

Arthrose. Multiple Sklerose. Ein Unfall. Krebs. Einschränkung. Schmerzen. Körperliche Veränderung. Konfrontation mit dem Sterben. You name it. Das Leben ist zu Ende? Vielleicht jenes, wie wir es kannten. Das tut weh. So ein Schlag fürs Schicksal ist immer hart. Ein Einschnitt. Der uns zwingt, Halt zu machen, uns auf uns selbst zu besinnen, einen anderen Weg einzuschlagen.

Was wäre, wenn wir diese Schere nutzen? Wenn wir versuchen, die neuen Grenzen zu überwinden, wie wir durch die vorige Passage gegangen sind? Einfach, indem wir es tun.

Biografie / Alexander Greiner ist Journalist und Krebsaktivist. Er moderiert die Selbsthilfegruppe „Männer und Krebs“ der Krebshilfe Wien und das virtuelle Patientenformat „Herrenzimmer“ der Österreichischen Krebshilfe. Alexander hält Vorträge in Unternehmen, Krebsberatungsstellen und Bildungshäusern. In seinem Buch „Als ich dem Tod in die Eier trat“ (Kremayr & Scheriau) steht, wie er zu all dem kam. alexandergreiner.com

Ilona Matusch
Fr, 16.00 – 16.50 Uhr

Bewegtes Schreiben

Bewegung regt nicht nur den Kreislauf an, sie bringt auch frischen Wind in unsere Gedanken. Gehen, wandern und vermutlich auch robben kitzelt unsere Kreativität. Wobei das Gehen bei jede:r anders wirkt. Dabei beziehe ich mich auf Theorie aus der Schreibforschung und auf eigene Ergebnisse einer experimentelle Studie, die ich im Rahmen der Bildungswissenschaft am CTL der Uni Wien durchführen konnte.

Bewegtes Schreiben ist eine Einladung an die Kongressteilnehmenden, sich mit dem eigenen Schreiben und Gehen auseinanderzusetzen. Inklusive bewegte Schreibeinheit und Reflexion.

Biografie / Ich schreibe für mein Leben gern und habe es bereits während des Studiums zu meinem Beruf gemacht. Knapp drei Jahrzehnte schrieb ich für verschiedene Printmedien und in einer Konzern-Kommunikationsabteilung. Zudem unterstütze ich seit jeher Freundinnen und Bekannte bei ihren Texten, seien es Presseaussendungen, Online-Marketing-Texte, Gedichte für besondere Anlässe, E-Mails, Bewerbungen, Präsentationen, Bachelor- und Masterarbeiten. Und einmal durfte ich sogar bei einem Liebesbrief helfen.
ilonamatusch.at & schreibkueche.at

Ana Znidar
Fr, 17.00 – 17.50 Uhr

Travel Writing: Schreibend Grenzen sprengen

Travel Writing verbindet nicht nur zwei großen Leidenschaften: das Reisen und das Schreiben. Über Reisen zu schreiben und das Schreiben auf Reisen sprengen tatsächlich die Grenzen des Alltäglichen, erweitern das Denken und erleichtern die Seele: Was kann Travel Writing noch?

Ana Znidar geht in diesem Vortrag darauf ein, wieso Travel Writing gut für die (Weiter-)Entwicklung der AutorInnen ist und wieso es der Seele so gut tut

Biografie / Mag.a Ana Znidar ist Schreibbegeisterte, Autorin, Schreibtrainerin seit 2003 und Gründerin von Creative Writing Ana Znidar

Deborah Ross
Fr, 18.00 – 18.50 Uhr

Writing beyond frontiers – Using Pen and Page as Passport

“Pen and Page as Passport,” The ancient art of writing meets cutting edge neuroscience in service of creating a bridge. How do we use the knowledge that the brain prefers integration to segregation to guide our pen as we consider the brittle borders that block creative solutions?

Looking inward and also into the space of our relationships we can compassionately examine our own boundaries to write our way into a new paradigm known as M(We). Welcome to the new art and science of human flourishing.

Biography / Deborah Ross, LPC, CJT  was trained in clinical psychology and journal therapy. A core faculty member at the Center for Journal Therapy, co-author with Kathleen Adams of, “Your Brain on Ink,” Deborah teaches journaling and expressive writing in healthcare settings, meditation programs and universities. A featured presenter at the Expressive Arts Summits in New York City and Los Angeles, Deborah also supervises journal therapy students and is currently learning how to bring more art therapy techniques to the pages of her journal.

Samstag, 25. März 2023

Ba Osse
Sa, 09.00 – 09.50 Uhr

Die vielen Ichs in mir: Mit einer Ahninnen Galerie den Horizont überschreiten

Es gibt eine Stimme in mir, mal ist sie lauter, mal murmelt sie. Diese Stimme mahnt mich, einen Rahmen einzunehmen. Der Blick in den Spiegel korrespondiert mit dieser Stimme. Es ist ein Blick auf Fehler und Mängel. Beide, Stimme und Blick, sind selten ganz zufrieden mit mir. Mit der Frau, die ich bin.

Dabei toben viele Ichs in mir. Ich spüre es. Die wollen alle gelebt werden. Wollen den Rahmen sprengen. Hinter den Spiegel blicken. Was passiert, wenn ich dieses/mein Frausein lasse? Wer redet dann? Was werde ich erzählen? Was entdecken?

Um auf diese Reise zu gehen, hole ich mir Unterstützung. Wähle Ahninnen aus. Nicht aus der Blutlinie, sondern ganz frei, wie es mir gefällt und zwar aus der Frauengeschichte. Ich lese sie, beschäftige mich mit ihren Leben, tanze zu ihrer Musik. Ihr Mut, sich zu leben, inspiriert mich, mich zu entdecken, mich zu schreiben.

Ich lade hier zu dieser Reise ein, mit meinen/deinen/unseren Ahninnen, um unsere je eigene Stimmen aufzuspüren und freizusetzen.

Biografie / Ba Ossege, geb. 1962 in Duisburg, aufgewachsen in Wien, dann Berlin. Autorin autofiktionaler Geschichten, ist auch Soziologin, Soziotherapeutin & Schreibtrainerin, alles feministisch, lebt zur Zeit wieder in Wien

Christine Gruber & Marion Diatel
Sa, 10.00 – 10.50 Uhr

Confidens – Traumsensibles Schreiben und Bewegen

“Confidens” bedeutet zuversichtlich, mutig, voller Vertrauen … und auch verwegen und dreist.

So sind auch unsere traumasensiblen Schreibangebote:

Eintauchen in den Schreibfluss über das Spüren des Körpers und über sinnliche Wahrnehmungen, dabei sich selbst auf die Schliche zu kommen oder sich mit Humor und frechen Ideen aus eigenen Zwängen und überholten Mustern schreibend wieder zu befreien.

Biografien /
Mag.a Christine Gruber,  Klinische- und Gesundheitspsychologin, Traumabehandlerin, EMDR, Systemische Strukturaufstellungen, Wissenschaftlerin (ehemals Ludwig Boltzmann Institut für Suchtforschung) Obfrau im Vereinsvorstand, Initiatorin des UNUM institute, Projektentwicklung  und -leitung TrauMaTRIX und PVTI, Forschung, reduziert als Klinische- und Gesundheitspsychologin in der Praxisgemeinschaft. christinegruber.at

Marion Diatel, Dipl.Pädagogin für Volksschulen, Säuglings- und Kleinkindpädagogik, Elternbegleitung, SAFE-Mentorin, Journal Writing Coach, Traumapädagogin i.A. Projektmitarbeit TrauMaTRIX. mariondiatel.at

Susanne Buchberger & Ute Habenicht
Sa, 11.00 – 11.50 Uhr

Am Platz der anderen schreiben. Aufstellungsphänomene für den Schreibprozess nützen

Der co-kreative Prozesses des gemeinsamen Schreibens: Wir wollen Schreibgruppen anregen, nicht nur gemeinsam nebeneinander an den jeweils eigenen Texten zu schreiben, sondern bewusst durch Dialoge, Gespräche, Texte tauschen, gemeinsame Cluster, etc. die kreative Kraft des gemeinsamen Schreibens zu nutzen.

Wir haben dazu experimentiert und in der Übung “Am Platz der anderen schreiben” eine konkrete Fragestellung (zum Thema Komfortzone verlassen, Grenzen überschreiten) für den anderen mit dem Stift der anderen am Platz der anderen beantwortet.

Diese Übung werden wir im Online-Kongress vorstellen.

Biografie /

Mag. Susanne Buchberger, Jahrgang 1974, Wirtschaftspädagogin, arbeitet als selbständige Unternehmensberaterin für Personalmanagement, Interimsmanagerin und Coach und schreibt für ihren Blog sowie immer wieder für die SchreibRÄUME. Im Verlag punktgenau erschienen: “Nach drei Zeilen ist immer wer tot – 25 Kürzestkrimis und wie man lernt, treffend zu schreiben”
susanne-buchberger.at/

Ute Habenicht, Jahrgang 1964, ist Unternehmerin, Lösungsfokussierte Coachin, Schreibtrainerin und Bergwanderführerin. Sie lebt in Klagenfurt, Graz und auf der Turnauer Alm in der Steiermark. Sie ist Co-Autorin des Buchs „Faszination Lösungsfokus“ und „Unternehmensübergabe nachhaltig gestalten“.
utehabenicht.at/

Sigrd Eyb-Green
Sa, 12.00 – 12.50 Uhr

Über autobiografisches Schreiben in einer Welt ohne „ich“

Wissenschaftliche Sprache ist unpersönlich, nüchtern und möglichst objektiv. Gibt es dennoch Raum für das „ich“ im Lern- und Forschungsprozess? In meinem Beitrag beschreibe ich Formen des autobiografischen Schreibens, die ich im Rahmen des Studiums in unterschiedlichen Kontexten einsetze – um Lernprozesse zu reflektieren, um im Studium auch persönliches Wachstum anzuregen und ganz einfach um Freude am Schreiben zu wecken. Von „klassischen“ Formaten wie Schreibseminaren bis zu Arbeitsjournalen, Vorlesungen und Exkursionen nutze ich jede Gelegenheit für kürzere oder längere Schreibinterventionen.

Ich möchte Studierenden ein Werkzeug der Selbstermächtigung mitgeben, das sie später in allen Lebenslagen einsetzen können und das sie hoffentlich noch weit über das Studium hinaus bereichert und ermutigt.

In meinem Vortrag skizziere ich dieses Labor des autobiografischen Schreibens in einer Welt ohne „ich“.

Biografie / Sigrid Eyb-Green, geboren 1974 in Wien, aufgewachsen im südlichen Niederösterreich. Studium der Konservierung-Restaurierung an der Akademie der bildenden Künste, danach freischaffende Papierrestauratorin in New York und in Wien. Seit 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunstakademie, Promotion 2009. Sigrid Eyb-Green schreibt Kinderliteratur und Prosa. Sie hat zwei erwachsene Söhne und lebt in Wien. sigrid-eyb-green.com/